Gehörst du zu den Leuten, die gleich am ersten Urlaubstag aktiv mit den Wellen shiften und nicht nach jeder Welle eine Verschnaufpause brauchen? Dann schau dir lieber einen meiner anderen Beiträge oder ein geiles Youtube-Video an: Der hier ist nichts für durchtrainierte Paddelmonster. Oder geht es dir wie den meisten Surfern?

Sie fahren jedes Jahr aus ihrem Surf-Urlaub mit guten Vorsätzen nach Hause, nachdem sie die Hälfte ihrer Urlaubszeit damit verbracht hatten, wieder fit fürs Board zu werden. Es packt einen ja auch der Frust, wenn der nächste Peak nur einige Meter weit entfernt ist – und man den Take-Off abschreiben kann, weil einem die Paddelkondition fehlt. Mal abgesehen von den Wipe-Outs durch zu langsames Anpaddeln…

Surftraining mit dem Balance Board

Wenn wir schon dabei sind, fangen wir gleich mit dem Training auf dem Balance Board an. Glaub nicht, dass du beim Home-Training mit diesem Board nur dein Gleichgewichtsgefühl trainierst. Du stärkst dabei deine Bauch-, Rücken- und Beinmuskulatur und schulst dein Koordinationsvermögen. Noch dazu gibt es spezielle Übungen zum Stabilisieren der Knie und der Sprunggelenke.

Die können bei einem Waschgang in der Welle deinen Urlaub retten: Eine Zerrung im Sprunggelenk verträgt sich nicht so gut mit einem Surf-Trip. Du findest Home-Training langweilig? Mit etwas Übung bekommst du auf dem Balance Board voll die akrobatischen Nummern hin – und die kannst du bei Schönwetter auch draußen zeigen. Lass einfach gute Musik laufen und tob dich auf dem Board aus, wenn du landlocked bist.

Surftraining mit der Slackline

Wenn du Spaß daran hast beim Publikum zu punkten, ist die Slackline dein Ding. Seiltänzer wurden schon vor Jahrhunderten bewundert. Beim Slacken trainierst du hauptsächlich Koordination, Balance und Konzentration. Der Muskeltraining-Aspekt ist beim Slacken weniger ausgeprägt als bei Übungen mit dem Balance Board: Es geht dabei hauptsächlich um das Gleichgewichtsgefühl.

Das Ärgerliche daran ist, dass du mit der Slackline Outdoor trainieren musst – zumindest als Normalsterblicher. Beim ersten kräftigen Regenguss zerstreut sich dein Publikum und wenn du nicht schnellstens mit Sack und Pack aus dem Park verschwindest, legst du vielleicht einen Duck-Dive ganz ohne Brett hin. Als Besitzer eines Eigenheims mit Fitness-Studio kannst du stattdessen zwei solide Stahlträger installieren lassen. Die fungieren sozusagen als Indoor-Bäume, um deine Slackline zu befestigen.

Surftraining für Paddelpower

Ok, ohne Balance geht nichts beim Surfen. Aber bevor du auf der Welle balancieren kannst, musst du sie erst einmal erreichen – und da befindet sich der Hänger bei den meisten untrainierten Surfern. Ohne rasante Paddelsprints bleibt dein Wellencourt mau. Wenn du nach der letzten Welle erst einmal fünf Minuten japsend am Board hängst, kannst du den nächsten Peak vergessen.

Ich habe früher auch gern bei guter Mucke Indoor-Training auf dem Balance Board gemacht, wenn draußen mal wieder kein Sommer war. Nur wird man so nicht zum Paddelmonster. So blöd es klingt: Paddeln lernt man am besten durch Paddeln. Also ich finde, das Wichtigste beim Surftraining ist das Paddeltraining.

Ok, etwas Training auf dem Balance Board oder mit der Slackline macht Sinn. Vor allem, wenn du zu Hause keinen anderen Boardsport praktizierst. Paddeln ist natürlich anstrengender, wirkt sich dafür aber direkt auf deinen Wavecount beim nächsten Surf-Trip aus. Also keine faulen Ausreden: Schnapp dir dein Surfbrett und auf geht’s zum nächsten Baggersee oder was sonst an Wasser in deiner Gegend vorhanden ist. Da denkst du vielleicht an SUP. Das kannst du dir eher als Sonntagsvergnügen aufheben.

So richtig effektives Paddeltraining klappt nur im Liegen. Da werden Schultern und Rückenmuskulatur wirklich beansprucht. Deinem Bauch und den Hüftstreckern tut das Paddeln ebenfalls gut. Es kann zwar sein, dass du anfangs davon einen verspannten Nacken bekommst – aber das heißt nur, dass deine Rücken- und Bauchmuskulatur noch zu schwach ist.

Sobald du richtig fit für deinen nächsten Surf-Urlaub bist, bekommst du vom Paddeln in Bauchlage keine Verspannungen mehr. Wer es wirklich wissen will, paddelt auf einem Fluss gegen die Strömung. Oder gleich ganz auf der Stelle: Die Leash am Board und irgendwo am Ufer befestigen und ab geht die Post. Was ich im Winter mache, wenn selbst der sieben-Millimeter-Neo die Kälte nicht mehr abhält? Dann trainiere ich einfach weiter zu Hause.

Surftraining mit dem Rudergerät

Ich trainiere auch in der schönen Jahreszeit oft genug daheim. Schließlich muss ich jeden Tag zur Arbeit. Bis zu unserem Baggersee ist es ein ganzes Ende zu fahren – und manchmal habe ich nach Feierabend auch ein Date oder ich muss Hausputz machen. Meine Kondition ist mir allerdings wichtig genug, um täglich eine Weile am Rudergerät zu trainieren.

Ok, auf dem Baggersee paddeln ist authentischer – aber ein echter Surf-Addict will ja auch im Winter in Form bleiben. Zumal es fantastische Surfspots gibt, an denen gerade im Winter die höchsten Wellen zu finden sind. Deshalb habe ich mir so ein Rudergerät zum Ausdauertraining zugelegt.

Beim Paddeln beanspruchst du ja hauptsächlich die Schultermuskulatur und den Latissimus. Genau diese Muskeln trainierst du auch mit einem Rudergerät. Ich finde, das ist eine gute Alternative zum Paddeltraining auf dem Wasser. Noch dazu habe ich festgestellt, dass ich auch bei Surf-Trips im Winter recht gut in Form bin – und das liegt wohl an dem Gerät.

So, jetzt habe ich einige Möglichkeiten zum Surftraining vorgestellt. Fitness-Center geht übrigens auch. Du brauchst nur noch deinen inneren Schweinehund zu überwinden und mit dem Trainieren anzufangen. Denk an all die tollen Peaks, die du auf deinem letzten Surf-Trip um Haaresbreite verpasst hast und an die Armmuskeln, die beim Training sprießen werden. Also runter von der Couch, vom Mindsurfing ist noch niemand Surf-Profi geworden!

Was hältst du von meinen Tipps? Wenn du sie gut findest, lass deine Freunde doch auch von meiner Erfahrung profitieren.