Ich denke mal, so ziemlich jeder von uns Surfern versüßt sich öfters die grauen Winterabende mit Mindsurfing. Wenn mich der Winterblues packt und ich kaum noch Lust zu trainieren habe, bringen mich Surf-Videos wieder besser drauf. Einige meiner Freunde sind sogar erst über Surf-Fotografie zum Surfen gekommen. Früher oder später bekommen die meisten dann Lust, selbst tolle Aufnahmen zu schießen oder Videos zu drehen.

Mir ging es nicht anders. Angefangen habe ich mit einer Sony dsc-tx5, weil ich die als Outdoor-Freak sowieso schon hatte. Die Kamera ist einfach praktisch für Leute, die viel draußen sind: Ich nenne sie meine „In-den-Matsch-schmeiß-Kamera“. Sie ist stoßfest, frostfest und wasserdicht. Außerdem macht sie Videos mit bis zu zehn Bildern pro Sekunde – also ein echter Allrounder für alle, die irgendeinen Outdoor-Sport betreiben. Klein ist sie auch, aber sie ist keine Helmkamera.

Helmkameras machen einfach die besten Surf-Videos. Sie filmen komplett aus deiner Perspektive – wenn du sie denn am Helm trägst. Da haben wir den Hänger: Mit so einer Helmcam hast du leider nicht unbedingt das absolute Killeroutfit. Normalerweise hätte ich mir damals schon fast eine GoPro zugelegt. Beinahe jeder Surfer, der gute Videos machen will, benutzt die GoPro. Die Features dieser Cam sind ja auch absolut unschlagbar. Aber ich hatte da noch so meine Hemmungen. Schließlich wollte ich nicht angeschaut werden, als hätte ich nicht mehr alle Latten im Segel.

Einer meiner Buddys filmt mit einer Pentax Optio W10. Seine Videos haben eine Top-Auflösung und die Fotos sind mit 5 MP auch nicht übel. Ich war schon am Überlegen, ob das meine nächste Action-Cam werden sollte. Was mir daran nicht gefiel, war der fehlende Mount. Mein Freund ist Windsurfer und hängt sie einfach in einer Neo-Tasche an die Gabel. Beim Filmen hält er sie in der Hand. Da kann ich mir aber auch meine „In-den-Matsch-schmeiß-Kamera“ um den Bauch binden. Für mich als Wellenreiter gibt es nur die Option Helm-Cam oder Befestigung auf der Nose.

GoPro mit Bug-Befestigung

Als die GoPro Hero7 Black rauskam, konnte ich dann nicht mehr widerstehen. Sprachsteuerung, Zeitraffervideos in Bewegung und die SuperFoto-Automatik: Features, die beim Surfen oberpraktisch sind. Mit SuperFoto machst du bei jedem Licht wahnsinnig spannende Bilder. HDR, Rauschunterdrückung und lokales Tone-Mapping – da werden die Farben genau so umwerfend wie du sie beim Surfen erlebst.

Richtig überzeugt hat mich dann aber das HyperSmooth-Video für ultraflüssige Filme. Ohne Gimbal, aber mindestens ebenso gut. Das neu entwickelte Live-Streaming interessiert mich weniger. Aber was ich absolut klasse finde ist, dass GoPro mittlerweile eine Befestigungsmöglichkeit für die Nose meines Boards entwickelt hat. Für Windsurfer gibt es auch Halterungen für den Mast oder am Boom. Also habe ich mich letztendlich für die GoPro Hero7 Black entschieden und es bisher noch nicht bereut.

Wie befestige ich den Surf-Mount für meine Action-Cam am Bug?

Die GoPro befestigst du mit einem speziellen Klebepad auf der Nase deines Bretts. Das Zeug klebt wie Gift. Wenn es ein Mal etwas zum Ankleben gefunden hat, bekommst du es nicht mehr ab. Von daher solltest du dir vorher den Bereich markieren, wo das Pad sitzen soll.

Ansonsten sollte die Oberfläche trocken, staubfrei und glatt sein, damit der Mount später auch richtig gut hält. Glatt? Surfer mit einem Eva-Deck haben da schlechte Karten. Aber einer meiner Surf-Buddys hat das folgendermaßen gelöst: Einen Schnitt durch die Eva-Schicht machen. Vorsichtig ablösen. GoPro-Platte direkt auf den Body des Boards kleben. Eva-Schicht wieder ankleben.

Action-Cam beim Surfen sichern

Ganz egal wie solide der Mount für deine Action-Cam befestigt ist: Wenn die Welle dich in den Waschgang nimmt, sind alle Optionen offen. Deine Kamera ist durch ihr Gehäuse geschützt – der Mount muss aber sämtliche herabstürzenden Steine aushalten. Auch das beste Material kann durch einen ordentlichen Brocken zu Bruch gehen. Dann versinkt deine Action-Cam unwiederbringlich auf dem Meeresgrund.

Also geht kein Weg daran vorbei, deine Cam zusätzlich zum Mount mit einer Leash zu sichern. Du kannst sie mit Panzerband am Gehäuse befestigen. Als Windsurfer fixierst du das andere Ende am besten am Mast. Wir Wellenreiter lassen uns individuelle Lösungen einfallen: von einem versiegelten Bohrloch mit Öse im Board bis zum Hüftgurt als Halterung für die Leash.

Meine besten Surf-Videos

Mich faszinieren vor allem die Farben beim Filmen auf dem Meer, siehe auch die ganzen Videos im Netz… Natürlich kannst du da mit unzähligen Filter-Einstellungen herumspielen. Aber nichts kommt an das Original heran, das du mit eigenen Augen auf dem Board siehst. Damit deine Aufnahmen von den Farben her möglichst wirklichkeitsgetreu werden, solltest du frühmorgens oder gegen Sonnenuntergang filmen.

Um die Mittagszeit ist es auf dem Meer zumeist dunstig. Das nimmt deinen Aufnahmen die Tiefe. Ich habe meine schönsten Videos frühmorgens gedreht, wenn das Licht noch zart und unwirklich wirkt. Gegen Abend werden die Aufnahmen zwar weniger scharf als im Morgenlicht, aber die warmen Gelb- und Rottöne bringen eine traumhafte Stimmung in die Szenen.

Teste es einfach aus. Schließlich hat jeder seinen eigenen Geschmack – und nicht jeder steht gern im Urlaub beim Morgengrauen auf. Wenn dir meine Tipps zur Surf-Fotografie und zum Filmen gefallen haben, gib sie doch an deine Freunde weiter.